Welcher Webhoster ist der Richtige?

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Webhosting-Ratgeber

Wer heutzutage eine Webseite ins Netz bringen will, ohne sich dafür gleich einen eigenen Server zuzulegen, der hat die Auswahl aus einer Unmenge an Webhostern.
Anbieter von Webspace gibt es heute wie den sprichwörtlichen Sand am Meer, und geworben wird neben günstigen Preisen auch mit einer Unmenge an Features und Fachbegriffen. Damit die Wahl des optimalen Anbieters für Sie nicht zur Qual wird, lohnt sich erst einmal ein genauerer Blick auf einige wesentliche Kriterien, an denen sich die Qualitäten eines Webhosters festmachen lassen.

Auf dieser Basis fällt es dann schon wesentlich leichter, sich gezielt durch die Masse an Angeboten und Tarifen durchzuarbeiten, um anschließend den geeigneten Webhoster auszuwählen.

Der Anfang: Wohin soll die Reise gehen?

Der erste Schritt bei der Auswahl eines Webspace-Anbieters sollte stets darin bestehen, dass Sie sich über die eigenen Anforderungen klar werden: Für einen privaten Blog benötigen Sie natürlich weit weniger Leistung als für eine umfangreiche Unternehmenshomepage – wodurch Sie auf so manch teures Extra verzichten können.
Blogging ist an dieser Stelle ein gutes Stichwort. Denn einerseits wird Webspace im privaten Bereich heutzutage überwiegend dafür benötigt, um einen Blog ins Netz zu bringen. Andererseits stellen Blogs auch die geringsten technischen Anforderungen, da sie mehrheitlich aus Text bestehen, der gelegentlich durch Bilder und Grafiken aufgelockert wird.

Für private Blogs können daher die Minimalanforderungen an einen guten Webhoster gelten: Ein möglichst günstiger Preis, wenige Gigabyte Speicherplatz (für videolastige Blogs etwas mehr), aber andererseits auch gute Zugriffszeiten und hohe Verfügbarkeit sowie eine inkludierte Top-Level-Domain. Ein Baukastensystem zur schnellen Installation des beliebten Bloggingtools WordPress erleichtert Ihnen zudem die Einrichtung, damit Sie sofort mit dem Erstellen von Inhalten beginnen können.

Das obere Ende markieren dagegen professionelle Webauftritte von Unternehmen. Hier gelten einerseits die bereits genannten Kriterien in verschärfter Form: Die Zugriffszeiten sollten serverseitig gegen Null tendieren – bei gleichzeitig annähernd hundertprozentiger Verfügbarkeit. Darüber hinaus spielt aber auch die Datensicherheit eine zentrale Rolle, die durch regelmäßige automatisierte Backups sowie redundante Server gewährleistet wird. Abhängig von zusätzlichen Anforderungen gelten weitere Kriterien – etwa ein hoher Schutz vor Fremdzugriffen, falls über die Webseite sensible Daten ausgetauscht werden (z. B. im Rahmen von Webshoplösungen).

Die wesentlichen Webhosting-Kriterien im Überblick

Nun sind bereits einige zentrale Begriffe genannt worden; was genau es damit auf sich hat, erfahren Sie im Folgenden. Es sei darauf hingewiesen, dass die Reihenfolge der Kriterien keine Wertung beinhaltet – was für Sie persönlich am wichtigsten ist, hängt stets davon ab, wofür Sie Ihren Webspace benötigen!

Preis

Er steht nicht nur für viele Interessenten an erster Stelle (und wird daher bei praktisch allen Anbietern deutlich hervorgehoben); da er sich aus den angebotenen Leistungen zusammensetzt, spiegelt er in der Regel auch die Qualität eines Angebotes wider. Ganz klar – ein leistungsfähiges Gesamtpaket mit gutem Service hat seinen Preis. Wenn Sie wissen, was Sie unbedingt brauchen und auf was Sie (noch) verzichten können, sparen Sie in der Regel bares Geld. Zusätzliche Optionen lassen sich meist gegen Aufpreis auch später noch ganz nach Bedarf hinzubuchen (man spricht in diesem Zusammenhang auch von Skalierbarkeit).
Bei allzu günstigen Preisen (angesichts der versprochenen Leistungen) sollten Sie allerdings etwas genauer hinsehen; bisweilen liegt der Haken im Kleingedruckten verborgen. So werben zahlreiche Anbieter heutzutage etwa mit 0 Euro Einrichtungsgebühr – aber nur, wenn Sie einen Vertrag mit 2 Jahren Laufzeit abschließen. Bisweilen gilt der beworbene (günstige) Preis auch nur für die ersten Monate und steigt danach auf ein gar nicht mehr so attraktives Niveau an.

Enthaltene Domains

Um leicht im Web gefunden zu werden, ist eine prägnante Top-Level-Domain (nach dem Schema IhrName.de) ungemein hilfreich: Zum einen lässt sie sich leicht merken und bequem direkt eintippen (denken Sie nur an ebay.de oder Ähnliches); zum anderen hinterlässt dies auch einen deutlich professionelleren Eindruck als „Billighoster.ru/IhrName“. Daher sollte mindestens eine Top-Level-Domain bereits im Paket enthalten sein – bei internationalen Ambitionen gerne auch mit Endungen wie „.com“ oder“ „.eu“.

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Speicherplatz und Bandbreite

Alle Daten für Ihr Webprojekt werden beim Webhoster physisch auf den Festplatten eines Servers gespeichert, was natürlich Kosten verursacht. Die Bandbreite („Traffic“) als weiterer wichtiger Aspekt gibt Auskunft über die Datenmenge, die pro Monat von Ihrem Webspace abgerufen sowie hochgeladen werden kann, ohne dass entweder zusätzliche Kosten anfallen oder die Übertragungsgeschwindigkeit gedrosselt wird (was zu unangenehm langen Seitenladezeiten führen kann). Traffic verbraucht sowohl jeder einzelne Webseiten-Aufruf sowie das Hochladen von Inhalten.
Falls Sie einen reinen Textblog betreiben wollen, können Sie daher bereits recht günstig und mit einigen Gigabyte an Speicherplatz bzw. Traffic pro Monat wegkommen. Falls Sie dagegen als Selbstständiger Ihre erfolgreich umgesetzten Projekte auch in (Bewegt-)Bild und Ton präsentieren wollen, sollten Sie entsprechend großzügiger planen und evtl. auch auf Aussagen wie „unlimited traffic“ achten.

Verfügbarkeit

Die Verfügbarkeit sagt aus, mit welcher Chance ein Webserver tatsächlich online ist. Da Sie den Webhoster dafür bezahlen, sollte er auch dafür sorgen, dass Ihre Seite jederzeit (also in 100% aller Fälle) bereit steht. Qualitätsanbieter stellen oftmals eine 99- oder 99,9-prozentige Verfügbarkeit in ihrer Werbung heraus. Fehlen solche Angaben und erscheint der Preis eines Angebotes unglaublich niedrig, sollten Sie besser direkt nachfragen – besonders, wenn Sie mit Ihrem Webauftritt Geld verdienen wollen.

Sicherheit

Dies umfasst zum einen den Schutz der eigenen Daten gegen Fremdzugriff (z. B. durch ausgeklügelte Firewall-Lösungen auf Seiten des Anbieters oder die Möglichkeit, gesicherten Datenaustausch mit Webseitenbesuchern durchzuführen) – dies ist besonders wichtig, wenn Sie mit persönlichen Daten von Dritten (z. B. Kunden im E-Commerce) arbeiten müssen.
Darüber hinaus ist damit aber auch der Schutz vor Datenverlust durch Hardware-Ausfälle (defekte Festplatten etwa) oder gar Katastrophen (Brände etc.). gemeint. Um hiergegen gewappnet zu sein, sollte Ihr Webhoster sowohl regelmäßige Sicherungen Ihrer Daten durchführen, als auch für Redundanz sorgen, also beispielsweise gespiegelte Server, die sich an verschiedenen Orten befinden.

Service

In jedem Fall sollten Sie bei Problemen schnell einen kompetenten Ansprechpartner bei Ihrem Webhoster erreichen können. Kostenlose 24-Stunden-Notfall-Hotlines tragen zwar zu einem höheren Gesamtpreis bei; im kommerziellen Bereich sind sie jedoch von Vorteil, um bei Ausfällen schnell Abhilfe zu schaffen und so Umsatzeinbußen zu vermeiden.

Softwarepakete und Webtechnologien

Falls Sie mit HTML und Co. nichts anfangen können, verhelfen Ihnen automatisierte Installationsroutinen für WordPress oder sogenannte Homepagebaukästen schnell zu einer Internetpräsenz, die Sie ohne weitere technische Kenntnisse mit Leben füllen dürfen.
Falls Sie dagegen technisch versiert und Begriffe wie MySQL oder PHP keine Fremdwörter sind, wissen Sie sicher auch, dass Ihr Webhoster eine angemessene Anzahl an Datenbanken sowie Websoftware in jeweils aktuellen Versionen zur Verfügung stellen sollte.

Fazit

Für die Wahl des optimalen Webhosters gibt es zahlreiche Kriterien, deren Gewichtung von den eigenen Anforderungen abhängt. Zum Abschluss sei allerdings nochmals darauf hingewiesen: Sie müssen nicht gleich „in die Vollen“ gehen und Leistungen erwerben, die Sie noch nicht mit Sicherheit benötigen. Ein solides Basispaket mit der Möglichkeit, bei Bedarf aufzustocken, ist in der Regel immer ein guter Ausgangspunkt, um die eigenen Ideen ins Netz zu bringen.

Was meinen Sie – worauf legen Sie bei der Wahl eines Webhosters am meisten Wert, was sind Ihre persönlichen Top-Kriterien? Lassen Sie es uns wissen!