Tatsächliche versus beworbene Internetgeschwindigkeit

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Deutschland surft im Dunkeln

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Schon im April 2013 forderte die Bundesnetzagentur Internetanbieter dazu auf, Kunden besser über die tatsächlich verfügbaren Übertragungsraten vor Ort zu informieren.

Doch auch ein Jahr später zeigt sich auf dem deutschen Internet-Markt kaum Regung und so tappt die Mehrzahl der Deutschen immer noch vollkommen im Dunkeln darüber, mit welcher Internetgeschwindigkeit Sie wirklich durchs Netz surfen. Dies sind die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage des unabhängigen DSL-Vergleichsportal schlaubi.de, die 2.000 Breitband-Nutzer über die Zufriedenheit der Dienstqualität ihres Internetzugangs befragt hat.

Die Ergebnisse der Umfrage zeigen auch, dass sich 72% der Befragten grob dem Unterschied zwischen beworbenen und tatsächlichen Internetgeschwindigkeiten bewusst sind. Gleichzeitig ist sich jedoch die Hälfte der Teilnehmer auch sicher, nicht die vom Anbieter beworbene Bandbreite zu erhalten.

DSL Speedtest nur aus Eigeninitiative

Um Kunden über die tatsächlichen Internetgeschwindigkeiten vor Ort zu informieren, sollten Internetanbieter schon vor Vertragsabschluss einen kostenlosen DSL Speedtest zur Verfügung stellen. Laut Umfrage wurde dies jedoch gerade einmal 28% der Teilnehmer angeboten. Befragte die einen Highspeed Internet Tarif von der Deutschen Telekom oder Kabel Deutschland bezogen, wurde bei Buchung Ihres Tarifes am ehesten ein DSL Speedtest zur Geschwindigkeitsprüfung bereitgestellt. Teilnehmern denen ein DSL Speedtest angeboten wurde, waren zudem deutlich zufriedener mit ihrem Internetanbieter und gaben auch an, in den nächsten sechs Monaten den Anbieter nicht wechseln zu wollen.

26% würden mehr für tatsächliche Internetgeschwindigkeiten zahlen

Mehr Transparenz beim Abschluss eines neuen Internet Tarifes lohnt sich jedoch nicht nur für die Kunden, sondern auch für die Anbieter. So gaben 70% der Teilnehmer an, sich eher für einen Anbieter zu entscheiden, der ihnen vor Vertragsabschluss mittels eines DSL Speedtests akkurat die zu erreichbare Internetgeschwindigkeit nennen kann, als einer, der diese nur schätzt. Zudem währen ein Viertel der Befragten auch dazu bereit, mehr für ein Internet Angebot zu bezahlen, dass die vermarktete Internetgeschwindigkeit garantiert.

Tipps für einen schnellen Internetanschluss

1. Wenn Sie auch mit Ihrer tatsächlichen Internetgeschwindigkeit unzufrieden sind, sollten Sie Ihren Provider kontaktieren und nach einem Geschwindigkeits-Upgrade fragen.

2. Ist dies nicht möglich, sollten Sie einen Anbieterwechsel in Betracht ziehen. Schnelle Doppel-Flatrate Tarife mit bis zu 200 Mbit/s gibt es derzeit von Anbietern wie Kabel Deutschland, Unitymedia und der Deutschen Telekom ab 35 € monatlich. Wenn Sie keinen Festnetzanschluss benötigen, sollten Sie sich für einen dieser schnellen Internet Tarife ohne Telefon entscheiden. Hier erhalten Sie einen Highspeed Internetanschluss zwischen 100 – 150 Mbit/s ab rund 30 € pro Monat.

Extra Tipp: Fragen Sie vor Vertragsabschluss unbedingt nach, welche Internetgeschwindigkeit vor Ort tatsächlich verfügbar ist.

3. Nachdem Ihr neuer Anschluss geschaltet wurde, sollten Sie eine Geschwindigkeits-Messung durchführen. Weicht Ihre Internetgeschwindigkeit zu stark von der vom Anbieter beworbenen Bandbreite ab, können Sie vom 14-tägigen Widerrufsrecht Gebrauch machen.

4. Auch äußere Einflüsse können Ihre tatsächliche Internetgeschwindigkeit stark beeinflussen. Platzieren Sie Ihren Router am besten an einer zentralen Stelle und vermeiden Sie andere elektronische Geräte und Hindernisse, die die WLAN Signale stören könnten. Um eine schnellere Internetverbindung zu erhalten sollten Sie auch probieren, den WLAN-Kanal zu wechseln oder auf einen Repeater zurückzugreifen.

Was ist eure Meinung zu diesem Thema? Seit ihr zufrieden mit eurer Internet-Geschwindigkeit?