Crowdfunding – Schwarmfinanzierung

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Crowdfunding Wurzeln

Die Entstehung des Crowdfunding hängt ursprünglich mit der Umwälzung der Musikindustrie durch das Internet zusammen.

Eine zentrale Rolle nimmt hierbei das Phänomen des Raubkopierens ein. Auch die Bestrebungen der Musikindustrie hin zu einem digitalen Rechtemanagement haben ihren Teil dazu beigetragen.

Als Geburtsstunde des Crowdfunding gilt das Jahr 2000. Hier gründete Brian Camelio die Plattform ArtistShare.com. Selbst professioneller Musiker gründete er besagte Plattform als Reaktion auf die oben genannten

Entwicklungen. Die Idee hinter Artistshare war, die Entwicklungskosten für ein Album von den Fans tragen zu lassen und dies im Voraus. Statt der großen und kleinen Musiklabels würden also die Fans die Alben finanzieren.

Würde dies funktionieren, wären die Künstler frei von den Labels. Die zweite Hauptaufgabe der Labels, der Vertrieb der Platten btw. CDs wurde ebenfalls über das Internet abgebildet. Zu diesem Zeitpunkt lief Crowdfunding noch unter dem Begriff des Fanfunding.

Der nächste Schritt in der Entwicklung des Crowdfunding war 2006 die Plattform SellaBand.com

Auch hier konnten wieder Fans die Alben der Musiker vorfinanzieren, allerdings mit festgelegten Beträgen. Das Interessante an dem Abschnitt der Geschichte ist, dass hier das erste Mal der Begriff des Crowdfunding erwähnt wurde.

Bei SellaBand ging es ursprünglich darum 50000 Dollar für ein professionell aufgenommenes Album zu erreichen. Im Februar 2010 war die Firma insolvent und wurde verkauft. Sie ging erneut an den Start, allerdings mit neuem Geschäftsmodell. Sie ist nun eine „normale“ CrowdfundingPlattform mit Konzentration auf den Bereich Musik.

Mit indiegogo  wird Crowdfunding 2009 universal

Indiegogo startete 2008 im Bereich des unabhängigen Films und wird 2009 universal. Eine Besonderheit bei indiegogo ist, dass es das Geld der Spender sofort nach Eingang auf den hinterlegten Paypal account überweist.

 kickstarter bringt Crowdfunding 2010 mit dem Projekt Diaspora in den Mainstream

2008 gegründet, ist kickstarter eine der erfolgreichsten Crowdfunding Plattformen. Sie vertritt das Prinzip des Alles oder Nichts. Das heißt, wenn das Fundingziel eines Projektes nicht erreicht wird, fließen die Spenden wieder zurück an die Geldgeber. Um bei kickstarter einen Projektvorschlag einreichen zu können, muss man über ein US-Bankkonto verfügen. Ich nehme an, dass dies damit zusammenhängt, dass die Einzahlungen über Amazon Payments abgewickelt werden. Desweiteren gibt kickstarter Richtlinien vor, welche Form von Projekten zugelassen werden.

Unterschiede im Crowdfunding

Crowdfunding unterteilt sich noch einmal in folgende vier Bereiche:

Crowd Supporting, Crowd Investing, Crowd Lending, Crowd Donating

Crowd Supporting

ist wohl das, was eigentlich unter Crowdfunding verstanden wird, hier finanziert die Menge ein Produkt und bekommt von den Erzeugern Dankeschöns abhängig von der Höhe der Unterstützung.

Crowd Investing

ist so etwas wie Börse. Hier investiert die Menge in eine Firma und wird im Gegenzug an der Firma und etwaigen Gewinnen beteiligt.

Crowd Lending

ist so etwas wie eine Bank. Hier finanziert die Menge eine Kredit von einer Person und erhält im Gegenzug eventuell eine prozentuale Zinszahlung.

Crowd Donating

ist so etwas wie eine klassische Spendensammlung. Hier spendet die Menge für ein Ziel.